Heimattag 2018 in Ulm – Rückblick

In diesem Jahr fand der Heimattag in Ulm unter dem Motto „Als Banater Schwaben wirken: Begegnung – Geschichte – Kultur“ statt. Damit soll unterstrichen werden, dass Banater Schwaben überall auf der Welt leben und einander begegnen, unsere Geschichte und Kultur die Säulen unserer Identität darstellen. Der Heimattag 2018 erinnerte darüber hinaus an das zwanzigjährige Bestehen der Patenschaft des Landes Baden-Württemberg und der Patenschaft der Stadt Ulm übe die Landsmannschaft der Banater Schwaben. Die beiden im Jahr 1998 übernommenen Patenschaften, für deren Zustandekommen Jakob Laub sich besonders eingesetzt hatte, sind Ausdruck der seit Jahrhunderten bestehenden Verbindung zwischen den Banater Schwaben und der Stadt Ulm und der Anerkennung und Wertschätzung, die dem Wirken der Landsmannschaft entgegen gebracht wird.

Die vom damaligen Ulmer Oberbürgermeiste Ivo Gönner unterzeichnete Urkunde definiert Sinn und Zweck der Patenschaft: „Die Banater Schwaben sollen damit das Bewusstsein bekommen, in der Patenstadt eine zweite Heimat gefunden zu haben (…)“. Dieses Bewusstsein des Angenommen- und Willkommenseins führt alle zwei Jahre Tausende Banater Schwaben in ihrer Patenstadt zusammen. Auch in diesem Jahr waren mehr als 4.000 Landsleute nach Ulm gekommen – aus allen Teilen Deutschlands, aus dem Banat, aus Österreich und Übersee, darunter eine große  Gruppe aus Brasilien.

 

Tanzdarbietungen in der Fußgängerzone

In der belebten Fußgänzerzone vor dem Neuen Brunnen haben viele Touristen die Banater Schwaben zum ersten Mal tanzen sehen. Den Ulmer war der Auftritt, der alle zwei Jahre stattfindet, schon bekannt. Die Gruppentänze präsentierten diesmal die Banater Trachtengruppe aus Esslingen/Wendlingen und Spaichingen sowie Gastgruppen aus dem Banat: „Banater Rosmarein“ aus Temeswar, „Billeder Heiderose“, „Hatzfelder Pipatsche“ und „Warjascher Spatzen“. Die Musik spielten die Weinbergmusikanten (Leitung: Johann Wetzler) und die „Banater Musikanten“ aus Temeswar. Nach dem zweistündigen Programm bildete sich ein stattlichter Trachtenzug, dem sich die Mitglieder des Bundesvorstandes der Landsmannschaft, die bereits angereisten Ehrengäste wie auch viele Landsleute anschlossen. Mit Marschmusikbegleitung ging es durch die Fußgängerzone zum Rathaus.

 

Empfang im historischen Rathaus

Während die Trachtengruppen auf dem Rathausplatz tanzten, wurde eine Abordnung der Banater Schwaben vom Oberbürgermeister Gunter Czisch empfangen. Dabei waren auch die Gemeinderatsmitglieder Siegfried Keppler und Barbara Münch (CDU-Fraktion), Helga Malischewski (FWG-Fraktion) und Michale Joukov (Grünen-Fraktion).

 

Gedenkfeier am Auswandererdenkmal

Nach dem Empfang zog der Festzug in den sich auch Oberbürgermeister Gunter Czisch eingereiht hatte, vom Rathaus bis zum Metzgerturm und von hier der Donau entlang zum Auswandererdenkam am Donauschwabenufer. Die Gedenkfeier an diesem symbolträchtigen Ort gehört seit 1974 zum festen Ritual der Heimattage. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von den „Weinbergmusikanten“.

Gunter Czisch wies auf die Bedeutung von dem Denkmal hin. Das Auswandererdenkmal sei einerseits ein Sinnbild für den Aufbruch von Menschen, die vor über 300 Jahren von dort aus in den Südosten Europas in der Hoffnung auf ein besseres Leben zogen, andererseits für Flucht und Vertreibung, in deren Folge die Nachkommen der Auswanderer in die Heimat ihrer Väter zurückkehrten. Auch der Stadt Ulm ist es ein Anliegen dei gemeinsame Geschichte entlang der Donau lebendig zu halten und die Idee von einem gemeinsamen Europa mit Leben zu füllen. Der Oberbürgermeister lud die Banater Schwaben zum elften Donaufest ein, das vom 6. bis 15. Juli stattfinden wird.

Die Gedenkansprache hielt in diesem Jahr der Ehrenbundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben Bernhard Krastl. Auszüge aus der Gedenkansprache wurden in der Banater Post, Nr. 11-12 vom 15. Juni 2018 veröffentlicht.
Mit einer Kranzniederlegung am Auswandererdenkmal durch Oberbürgermeister Czisch und den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Jürgen Griebel zu den Klängen eines Trauerchorals endete die erhabene Feierlichkeit.

 

Austausch mit den Aussiedlerbeauftragten

Am Nachmittag war im Kultur- und Dokumentationszentrum ein Austausch mit dem neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius. Um einen direkten Austausch mit dem Bundesbeauftragten zu ermöglichen, habe man sich für ein Treffen in einem kleinen Kreis entschieden. Das ist neu für das Programm am Heimattag. Dr. Bernd Fabritius beantwortete verschiedene Fragen. Darüber wird in der „Banater Post“, Ausgabe 13 berichtet.

 

Konzertabend der Singgruppe Landshut

Den krönenden Abschluss des Tages bildete das Konzert  der Donauschwäbischen Singgruppe Landshut im Donauschwäbischen Zentralmuseum.

Damit war der Abend noch nicht zu Ende. Die Jugend feierte im benachtbarten „Roxy“. Die Jugenddisco unter dem Motto „Project Schwowe“ lockte auch viele Junggebliebene an, die die Gelegenheit nutzten, den Tag Revue passieren zu lassen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Temeswar – und Ferch-Ausstellung

Am Sonntagmorgen wurden die Besucher  vor der Donauhalle von der Original Donauschwäbischen Blaskapelle Reutlingen unter der Leitung von Johann Frühwald musikalisch begrüßt.

Im Foyer der Donauhalle wurden noch vor der Kundgebung zum Heimattag zwei Ausstellungen eröffnet: zum einen die von der Landsmannschaft der Banater Schwaben erstellte deutsche Fassung der Ausstellung „Temeswar 1716 – Die Anfänge einer europäischen Stadt“, die zwei Jahre anlässlich des 300. Jubiläums der Eroberung der Festung Temeswar in der Banater Hauptstadt gezeigt worden war, zum anderen die Kunstausstellung „Die Bilderwelt des Banater Malers Franz Ferch“. In die Temeswar-Ausstellung führte Claudiu Calin, Archivar der Diözese Temeswar ein, die Ferch-Ausstellung wurde von Peter Krier, Ehrenvorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben, präsentiert. Mehr darüber wird in der „Banater Post“, Ausgabe 13 berichtet.

 

Kundgebung zum Heimattag 2018

Höhepunkt des großen Begegnungsfestes der Banater Schwaben war auch diesmal die Kundgebung in der vollbesetzten Donauhalle. Die Ansprachen und Grußworte wurden in der „Banater Post“, Ausgabe 11-12 veröffentlicht.
Zum Abschluss der Festkundgebung zeichnete der Bundesvorstand Ministerialdirigent Herbert Hellstern vom Innenministerium in Stuttgart und Ehrenbundesvorsitzenden Bernhard Krastl mit der Pinz-Eugen-Nadel aus. Die Verdienste der Geehrten wurden vom Bundesvorsitzenden Leber beziehungsweise vom stellvertretenden Bundesvorsitzenden Jürgen Griebel gewürdigt.

Nach der Festkundgebung trat der Donauschwäbische Siedlerchor aus Entre Rios /Brasilien auf. Die Singgruppe, die auf ihrer Europa-Tournee auch den Heimattag der Banater Schwaben besuchte, wurde von der Stellvertretenden Bundesvorsitzenden Christine Neu vorgestellt. Der Chor unter der Leitung von Márcia Klann Milla sang drei Lieder und gewährten einen Einblick in sein spezifisches Repertoire, das neben deutschen und donauschwäbischen Volksliedern auch brasilianische Folklore umfasst.

 

Pfingstmesse als Pontifikalamt gefeiert

Die Pfingstmesse im Anschluss an die Festkundgebung wurde, wie schon vor zwei Jahren, wieder als Pontifikalamt vom ehemaligen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof emeritus Dr. Robert Zollitsch, zusammen mit Monsignore Johann Dirschl, Generalvikar der Diözese Temeswar, Monsignore Andreas Straub, Visitator emeritus für die Seelsorge an den Donauschwaben und Deutschen aus Südosteuropa, Pfarrer Peter Zillich, Bischöflicher Beauftragter für die Vertriebenenseelsorge ind er Diözese Regensburg und Pfarrer Markus Krastl gefeiert.

 

Ein Nachmittag im Zeichen von Kultur und Brauchtum

Als Begleitveranstaltung zu der Ferch-Ausstellung stand um 13 Uhr ein Vortrag von Franz Heinz mit dem Titel „Das, was zu tun war. Nachträgliche Annäherung an den Maler Franz Ferch“ auf dem Programm.
Seit 2014 wird im Rahmen des Heimattages ein von Katharina Kilzer und Walter Roth moderierter „Literarischer Salon“ veranstaltet. Ihre Gäste waren diesmal die Schriftsteller Katahrina Sigrid Eismann (Offenbach/Freidorf), Marius Koity (Gera/Großsanktnikolaus) und Balthasar Waitz (Temeswar/Nitzkydorf).

Die DBJT (Deutsche Banater Jugend und Trachtengruppen), seit einigen Jahren für die Gestaltung des Nachmittagprogramms in der Donauhalle zuständig, hatten ihren Beitrag unter das Motto gestellt: „Zwischen Tradition und Moderne“. Das in drei Teile gegliederte Kulturprogramm – Modern, Dirndl, Tracht – umfasste Tanzvorführungen der Gruppen aus Deutschland und aus dem Banat. Danach traten die Trachtengruppen in den Hallen auf. In der „Banater Post“ Nr. 13 wird mehr über das Programm berichtet.

Anschließend tanzten die Tanzgruppen in den Messehallen.

 

Den vollständigen Artikel von Walter Tonta können Sie in der „Banater Post“ Nr. 11-12 lesen.
Vielen Dank an Ottmar Liep für die Videos und an Cornel Simionescu-Gruber für die Bilder.

Mehr Videos von Ottmar Liep sehen Sie unter:

https://www.youtube.com/channel/UCytVFDzeWE4sJs9Vm6EqFng/videos?view=0&flow=grid&sort=da

 

 

 

 

 

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Vielen Dank an Cornel Simionescu-Gruber für die Bilder.