Geschichte

Auswanderung aus deutschsprachigen Gebieten ins Banat

Mit dem Sieg des kaiserlichen Heeres über die Türken vor Wien begann die Rückeroberung Ungarns durch die Habsburger. Die planmäßige Ansiedlung begann 1689, auf der Grundlage eines Beschlusses des Hofkriegsrates in Wien am 16. September 1686.

Die erste Einwanderung deutscher Siedler dauerte bis 1692. Diese erste Ansiedlung dauerte nicht lange, das sie durch den gegen die habsburgische Herrschaft in Ungarn gerichteten Kuruzzenaufstand unter Franz II. Rákóczy zum größten Teil zerstört wurde.

Nach dem Passarowitzer Friedensschluss 1718 wurde das Banat als kaiserliche Kron- und Kammerdomäne der Wiener Reichsregierung unterstellt. Der Wiener Hof betrieb eine intensive Wiederbesiedlung der Provinz. Die Neubesiedlung des Banats mit deutschen Einwanderer erfolgte in drei Abschnitten, den sogenannten Schwabenzügen. Der erste Schwabenzug, 1722 – 1726, unter Karl IV hatte als Schwerpunkt die Besiedlung der militärpolitischen Donaulinie. Maria Theresia setzte nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges die Kolonisation in größerem Umfang fort. Es folgte der 2. Schwabenzug von 1763 – 1772 un der Besiedlung der Banater Heide. Der dritte Schwabenzug fand 1782 – 1787 statt.

Die Kolonisten kamen aus ganz Süd- und Mitteldeutschland, vor allem aus der Pfalz, Schwaben, Rhein- und Mainfranken, Bayern, Deutschböhmen, Innerösterreich, dem Elsaß und Lothringen. Im Banat, wie im gesamten mittleren Donauraum wurden die deutschen Siedler von ihren ungarischen, slawischen und rumänischen Nachbarn „Schwaben“ genannt. Obwohl diese Bezeichnung nur teilweise zutraf, nannten sich auch die Deutschen „Schwaben“.

Die Siedler kamen in ein sumpfiges und unwirtliches Gebiet. Nach viel Not und Elend konnten sie sich ein blühendes Land schaffen und das Banat wurde zur Kornkammer Europas ausgebaut.

Auswirkungen des zweiten Weltkriegs

Der zweite Weltkrieg hatte für die Banater Schwaben vernichtende Auswirkungen: Enteignung, Entrechtung, Verschleppung. Historisch gewachsene ländliche Dorfgemeinschaften wurden zerrissen.

 

Den Banater Schwaben stand ein schmerzhafter Neuanfang bevor. Sie kehrten zwar in das Land aus dem ihre Vorfahren kamen zurück, aber sie standen vor dem Nichts. Landsmannschaftlicher Zusammenhalt und landsmannschaftliche Unterstützung war gefragt.

 

Quellen:
Die Donauschwaben: Deutsche Siedlungen in Südosteuropa. Ausstellungskatalog. Hrsg. vom Innenministerium Baden-Württemberg, 1987, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen

Die Banater Schwaben, Kulturelle Arbeitshefte 33, Hrsg. Bund der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände, 2. Aufl. 1994, Köllen Druck + Verlag GmbH, Bonn